YUKON LOU

Specials

Wenn mal nicht an Bord

Ouray 1

Freitag, der 12.1.2018

 

Heute geht es wieder frühzeitig in Richfield los. Das Tagesziel ist unser geliebtes, kleines Bergstädtchen Ouray in Colorado, ein Ort in dem wir viele Male in den achtzigern und neunziger Jahren waren. Unter anderem auch im Jahr 2000 auf unserem großen Familientörn. Damals waren wir 6 Tage dort und haben viele schöne Dinge erlebt. Ouray nennt sich selber Switzerland of America oder, für mich treffender "Jeep Capital of the World".

 

Hier gibt es das vielleicht schönste Off-Roadrevier, was Mann sich vorstellen kann. Auf einer Fläche von ca. 100 x 100 Kilometern gibt es Jeep Trails bis auf 4400 Meter Höhe, an alten, verlassenen Silberminen vorbei, bis weit über die Baumgrenze hinaus, einfach zu toll. So richtig was für große Jungs und Mädels. Im Winter sind die Trails auf Grund der Schneeverhältnisse geschlossen, aber wir haben hier in den vergangenen 30 Jahren ja nun wirklich schon jeden Stein drei mal umgedreht, allerdings waren wir noch nie im Winter hier. Also auf ein Neues.

 

Doch bevor es in Ouray losgeht, noch einige Bilder von der Anreise:

 

Utah - weites Land

 

Über Green River und Grand Junction kommen wir nach Montrose.  In Montrose wird getankt und und der Magen gefüllt. Dann geht es mit großer Vorfreude nach Ouray. Gleich nach Montrose entdecke ich an der Straße ein Hopfenfeld, völlig neue Kultur hier in Colorado. Super, die Stimmung geht gleich nochmal richtig rauf.

 

Hopfenanbau in Colorado,  im Hintergrund die Nordausläufer der San Juan Mountains

 

Und dann war es endlich soweit, nach fast sechzehn jähriger Abwesenheit liefen wir in unser geliebtes Ouray ein. Es war ein richtiges "Nach Hause kommen". Vieles war noch so wie früher, einige Neubauten sind hinzugekommen einige Gebäude verschwunden. Aber alles in allem fühlten wir uns vom ersten Moment an sauwohl. Und das Wichtigste: Ouray hat nun für seine knapp 900 Einwohner 3  Brauereien!!! Vorbildliche Infrastrukturpolitik, sollten sich so einige Politkasper mal ein Beispiel

dran nehmen und nicht jeder sinnvollen Entwicklung durch Bedenkenträgerei Knüppel in den Weg werfen!!!

 

Im Talkessel gelegen: OURAY

 

Unser Motel ist diesmal das Chalet Inn, sehr zentral in der Ortsmitte gelegen, direkt gegenüber dem alten Beaumont Hotel.

 

Das Chalet Inn, unser Motel in Ouray.

 

Beaumont Hotel   -   Ouray, Colorado  (est. 1886)

 

Das wunderschöne Beaumont wurde 1886 gebaut und gehörte zu der Zeit zu den besten Hotels im Westen den USA, Präsidenten,wie Herbert Hoover oder Theodore Roosevelt waren hier zu Gast. 1964 wurde es aufgrund zurückgehender Touristenzahlen in der Gegend geschlossen (kaum zu glauben). Es stand fast 40 Jahre leer, wurde 1998 verkauft und nach aufwendiger Restauration 2003 wieder eröffnet

 

Gleich im nächsten Block war die OURAY BREWERY angesiedelt. Eine der vielen Craftbrauereien, die seit ca. 20-25 Jahren in den USA gegründet wurden. Dieser Trend lief erst sehr schleppend an, nahm nach der Jahrtausendwende richtig Fahrt auf und im Moment möchte ich von einer richtigen Hype sprechen. In Ouray gibt es bei ca. 900 Einwohnern mittlerweile 3 Brauereien, wobei die Ouray Brewery seit 2010 arbeitet. Was lag da näher, nach dem Einrichten im Motel dort gleich mal nach dem Rechten zu sehen. Es sollte unser Schaden nicht sein, es wurden einige Sorten verköstigt, die Vielfalt sorgte für den Ausfall des Abendessen. Hier kommen nun die 3 Brauereien von Ouray:

 

Ouray Brewery

 

Red Mountain Brewing Companie

 

Ouray Housebrewery   -   Mr. Grumpy Pants Brewing Companie. Ausgestattet mit dem eigenartigsten Brauer und Wirt der westlichen Hemisphäre.....

 

 

Samstag, der 13.1.2018

 

Am nächsten Vormittag war  an schon wieder sehr früh unterwegs, der Jetlag war immer noch in den Knochen. Gefrühstückt wurde in einem etwas alternativen Laden, aber es gab das obligatorische Einheitsmal für uns und wir waren zufrieden. Eier waren natürlich auch mit im Spiel.

 

Der Morgen entwickelte sich bei 5 Grad unter Null und strahlend blauem Himmel zu einem Traumtag.

Es lag seltsamer Weise kaum Schnee und so war der Million Dollar Highway  konnte befahren werden.Toll für uns, es hat schon Jahre gegeben, da wurde er Mitte September wegen Schneefall geschlossen und erst Mitte April wieder geöffnet. Unser Auto hatte M+S Reifen und für den äußersten Notfall hatten wir uns ja in Richfield bei Wal-Mart ein paar Schneeketten besorgt.

 

Also ging es diese traumhaft schöne Straße zum Red Mountain Pass hoch. An schattigen Stellen war immer noch eine dünne Schneedecke vorhanden, da musste Meister Eggat den Personenkraftwagen mit großer Umsicht bewegen. Im Vergleich zum Sommer hatte der zur Seite geräumte Schnee sogar noch den Vorteil einer Sicherung, da er quasi eine Art Leitplanke bot, wo es sonst nur ungesichert in den Abgrund geht. Hier ein kleiens Roadmovie vom Million Dollar Highway:

 

 

Kurzer Fahrteindruck vom Million Dollar Highway

 

Kurz vor dem Pass sieht man immer noch die Reste von alten Minenbauten aus Holz. Die haben wir alle vor dreißig Jahren abgeklappert und sind teilweise zu Fuß dorthin gewandert, meistens auf den alten Trassen der Silverton and Red Mounten Rail Road, teilweise sind wir bis zu den Onerschenkeln in den Schnee eingesackt.

 

Red Mountain Pass

 

 Oben am Red Mountain Pass Ca. 3100 Meter über NN. lag etwas mehr Schnee und Leuchtschild forderte Schneeketten. Als ordentliche Bürger in fremden Land hält Mann sich ja daran, aber zum Glück kam der Räumdienst angefahren. Pinne fragte den Fahrer, ob das mit den Ketten bindend sei.

"No problem, go ahead" war die Antwort, die elektrische Verkehrsinfo war nur noch nicht umgeschaltet worden.

Zügig ging es hinunter nach Silverton. Dieser alte Minenort hoch oben in den San Juan Mountains lebt heute fast ausschließlich vom Tourismus und zwar in allererster Linie von der in den Sommermonaten von den Dampfzügen, die von Durango hier herauf fahren. Ich bin 1981 die zum Teil atemberaubende Strecke gefahren. Jetzt ist es mitten im Winter, der Himmels ist blau, die Sonne scheint, der Schnee glitzert und der Ort ist nur von ganz wenigen Menschen besucht. Es leben nur einige ..... hier und nur wenige Geschäft oder Lokale haben geöffnet.

 

Unser alter Stammladen Handlebar ist nicht mehr da, wird aber an einer neuen Stelle an der Main Street gerade neu aufgebaut. Wir trinken in einem kleinen Cafe´, welches von einem sehr jungen Paar betrieben wird, einen heißen Kakao(???). Das Cafe´liegt im alten Grand Imperial Hotel, das ansonsten auch über den Winter geschlossen ist. Direkt neben dem Cafe´ist die obligatorische örtliche Brauerei angesiedelt. Hier heißt sie Golden Block Brewery und öffnet tatsächlich bereits um 11:00 Uhr. Von einer Verköstigung nehmen wir Abstand, sind ja schließlich mit dem Personenkraftwagen vor Ort! Da gibt es bei aller Begeisterung fürs Brauwesen und seine kunstvollen Produkte keine Ausnahme.

 

Das "GRAND IMPERIAL HOTEL" in Silverton, direkt daneben die Golden Block Brewery

 

Der Weihnachtsbaum von Silverton, geschmückt mit Gold Pans.

 

Leider war das Hotel über den Winter geschlossen, es verfügt über eine tolle Bar, an deren Decke immer noch Einschusslöcher aus der Zeit des wilden Westens zu sehen sind. Die hat man eben aus Tradition nicht zugegipst. Sehr löblich!

 

Auch hatte man den Weihnachtsbaum auf der Mainstreet sehr ortsbezogen geschmückt. Hier hingen mal keine Kugeln, sondern Goldwäscherpfannen. Der obligatorisch Besuch am Bahnhof durfte natürlich nicht fehlen, aber da gab es nix bewegendes Neues. Die ersten Züge kommen wohl im Mai wieder hier rauf.

 

Das war ein kurzer Besuch in Silverton und hier geht es jetzt zum Nachmittagsprogramm in den San Juan Mountains, featured by Eggi & Gerdi.

hier geht´s weiter>>>

 

YUKON LOU - Ein Bordtagebuch - Copyright © Gerd-W. Schön 2017

Zurück zum Logbuch