Ein Schiffstagebuch

Letze Aktualisierung:

28.6.2021

MMSI   211251200

Rufzeichen: DD 9620

24.06.2021

Ein paar Tage an Bord

Endlich kommen wir nun an Bord. Die Coronabehinderungen sind weitestgehend aufgehoben und der Mensch kann sich wieder einigermaßen frei bewegen. Bin mit Angelika am Dienstag nach dem Frühstück losgefahren, wir waren gegen Mittag in Barth, Robert war schon dabei, das Schiff mit einer ersten Politur zu versehen, wofür ich ausserordentlich dankbar bin, ist nicht mehr unbedingt meine Lieblingstätigkeit. Er ist dann nach Abschluss der Arbeiten zurück nach Stralsund gefahren. Angelika und ich sind zum Abendessen im Sur la Mer gewesen, es gab Zander. Sehr ordentlich.

Am Mittwoch habe ich noch einige Wartungsarbeiten durchgeführt, den Donnerstag verwendeten wir zum Faulenzen und am Freitag ging es um 6:45 los, da wir die Meinigenrücke um 7:45 nach Althagen nehmen wollten.

Wir sind fast mit Brückenöffnung zur Stelle, so dass wir selbige zügig durchlaufen. Die Revierfahrt über den Bodstetter Bodden, um den Nadelhaken und durch die Borner- und Neuendofer Bülten ist immer wieder zu schön.  Vor allem, wenn man so früh dran und dann noch alleine ist. 

Kurz vor 10:00 sind wir in Althagen fest, die Fahrräder wandern an Land und wir richten uns für die nächsten Tage ein. Aber auch hier hat die aus China eingeschleppte Seuche ihre Spuren hinterlassen. Im Räucherhaus ist nun bis auf weiteres Selbstbedienung angesagt, die Karte ist zwar geblieben, aber so haben wir uns den Urlaubsauftakt nicht wirklich vorgestellt. Also geht es gegen Mittag erstmal mit den Rädern nach Wustrow, wo wir auf der kleinen, grünen Terrasse der „Olive“ Kaffee und Kuchen geniessen.

Da die Chefin des Restaurants Schimmels, zu dem die Olive gehört, auch anwesend ist, versucht Angelika einen Tisch für irgendeinen der nächsten Abende zu reservieren. Da war vor Ende Juli nix zu machen und wir schrieben gerade den 11. Juni !!!! 

Also verbringen wir die nächsten Tage an Bord unseres Schiffes, Eigenverpflegung ist angesagt, macht etwas Arbeit, aber auch das geht. Hole mir in der Reuse das abendliche Bier der Fischlandbrauerei im eigenen Krug des Herzoglich Tegernseer Brauhauses.

Als erstes Buch auf der Reise lese ich „ Ich hab das Paradies gesehen“ von Achim Reichel, seine in der ihm eigenen wunderbaren, ehrlichen Art geschriebene Lebensgeschichte. Bei dieser Lektüre kommen natürlich Erinnerungen an lang zurückliegende Zeiten hoch. Unter anderem sein 40 jähriges Bühnenjubiläum 2003 in der Altonaer Fischauktionshalle, wo Pinne und ich dabei waren und neben uns auf der Treppe beim großen Finale mit Shanty Medley, alles sang aus voller Brust mit, niemand geringeres als Bill Ramsey stand und ebenfalls mit sang. Tolles Erlebnis.

Wir treffen im Hafen einige alte Bekannte aus Ribnitz wieder, man schnackt zusammen über dies und das und allen merkt man an, wie froh sie sind, das einigermaßen wieder Normalität eingetreten ist.

Leider macht die neue Wasserpumpe nach ein paar Tagen schon wieder Zicken und quittiert dann kurzerhand vollständig den Dienst. Ohne dieses lebenswichtige Gerät ist ein komfortabler Urlaub an Bord natürlich Mist. So laufen wir am Montag den 14.6.wieder zurück nach Barth, um das leidige Pumpenthema zu lösen. Sind ja nur 3 Stunden Fahrt.

Trotzdem schade, hatten uns sehr auf die Tage in Althagen gefreut.

Copyright © Gerd-Wilhelm Schön 2021