Ein Schiffstagebuch

Letze Aktualisierung:

28.6.2021

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Roadtrip USA - Januar 2018

Von Ouray nach Cortez

Das „La Casita“ in Cortez

Bar im „La Casita“ 

Leider gibt es keinen einzigen klassischen Breakfast Laden mehr in Ouray. Das früher von uns so geschätzte „Silver Nugget“ soll vor einiger Zeit, ziemlich runtergewirtschaftet, geschlossen worden sein und alle die noch existierenden, machen auf Selbstbedienung. Dabei gehört doch der freundliche Morgenschnack mit der Waitress zum Tagesauftakt. Schade drum, alles fließt - nichts steht.

Nach dem auschecken im Motel ging es noch mal zu den vereisten Box Canyon Falls. Die Wanderung in der kalten Morgenluft tat gut, danach war man richtig fit und es ging über Ridgway und Placerville nach Telluride. Das ist genau so ein altes Bergbaustädtchen wie Ouray, hat allerdings den Riesenvorteil, das es über phantastische Skipisten verfügt. Der Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig entwickelt.Um 1970 herum soll ein Bergarbeiterhäuschen an der Mainstreet für $ 10.000,— zu bekommen gewesen sein. Heute werden dafür über 1 Mio. bezahlt.

Entsprechend ist auch das Publikum. Schickilacky ist hier gut vertreten. Na, von mir aus. Erstmal ging es wieder bergan, vorbei am Trout Lake bis nach Lizard Head. Dort begann dann der Abstieg aus den San Juan Mountains, der sich viele Meilen über Rico bis nach Dolores hinzog.Wenn Mann daran denkt, das durch diese grandiose Landschaft von 1891 bis 1953 die RIO GRANDE SOUTHERN RAILROAD führte, kann man deren Erbauern nur höchsten Respekt zollen. Da wurden Ingenieurskunstbauwerke errichtet, um durch enge Täler oder über Pässe zu kommen. Hin und wieder sieht man noch mal einen der schönen hölzernen Wassertürme oder auch Brückenreste in der Landschaft rumstehen. Habe in meinem Archiv fast alle wichtigen Bücher über diese Eisenbahn, die übrigens in ihrer rund 60 jährigen Geschichte nicht einen einzigen Dollar verdient haben soll.

Zu Mittag sind wir pünktlich in Rico, einer fast Geisterstadt mit nur ca. 250 Einwohnern. Auch hier waren Silberminen der Grund für die Ansiedlung. Ich war mit Fred 1987 mal hier, da gab es einen alten Saloon mit Namen “Bottom´s up“. Den gibt es nicht mehr, aber das schöne alte Gebäude von 1892 beherbergt immer noch ein Lokal: Enterprise - Bar & Grill. Dort gab es einen Salat zu Mittag, muß auch mal sein.

Hinter Dolores verläßt man endgültig die südlichen Ausläufer der San Juan Mountains, die gerade noch vorherrschende grüne Bewaldung geht in gelb-rot-braunes, felsiges und nur noch leicht hügeliges Gelände über. Nach knapp 20 Minuten war unser Tagesziel Cortez erreicht.

Cortez ist eine typische amerikanische Stadt im Westen. Breite Straßen jeweils 2 spurig mit zusätzlichem Parkstreifen. Da hätte auch ein JumboJet landen können, nur die Stromdrähte wären nicht von Vorteil. Und dann natürlich wieder die excelente Versorgung durch die einschlägigen Unternehmen der Fastfoodindustrie. Ihre Nennung verkneife ich mir hier, kennt eh jeder. Aber dazwischen gibt es auch noch family run business und die bekommen von uns immer den Vorzug. So auch hier. Die Wahl fiel auf einen kleines Mexican Restaurant, dessen Äusseres, abgesehen von der schönen Neonwerbung, an unser geliebtes Hein-Mück in Travemünde erinnerte. Doch zunächst wurde im reservierten Motel eingecheckt, ein wenig ausgeruht und dann noch mal eine kurze Stadterkundungsrunde gedreht, natürlich mit dem Auto. Wie sonst?

Der Tag war schon fortgeschritten und es wurde schnell dunkel. Zeit fürs Abendessen. Der zuvor erwähnte Mexicaner lag gerade mal 200 Meter vom Motel weg Die zunächst aufgeworfene Frage, ob zu Fuß oder doch per Personenkraftwagen, gewann zugunsten des Bieres die Fußvariante. Denn ein Mexican Dinner ohne Bier ist doch keines.

Der Laden mit Namen La Casita hielt alles, was er von außen versprach. Tolles Ambiente drinnen und das wohl beste mexicanische Essen, was ich je hatte. Burrito, Enchelada Tacos mit verschiedenen Füllungen mit Reis und dem einzigartigem Bohnenmus. Das ganze perfekt gewürzt und auf knallheissen Platten serviert. There is no better way to dine !!! Satt, rund und zufrieden lagen wir bald in der Koje und freuten uns auf den Nächsten Tag, der uns weiter auf der Memory Lane vorwärts bringen sollte.




Haus in Telluride

Enterprise Bar&Grill  -  back in 1987  Bottom´s up Saloon

Pinne ist glücklich  -   im „La Casita“

Dolores Station  -  mit Galloping Goose  No. 5

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