Ein Schiffstagebuch

Letze Aktualisierung:

28.6.2021

MMSI   211251200

Rufzeichen: DD 9620

Roadtrip USA - Januar 2018


Inhaltsverzeichnis  -  aktiv

Eine USA Reise im Winter 2018 

Prolog

41 Jahre ist es nun her, das mein alter Buddy Eckart, besser bekannt als Pinne, und ich noch als Studenten unseren Kindheits- und Jugendtraum einer Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten verwirklichen konnten. 6 Wochen im Sommer 1977, die unser weiteres Leben sehr nachhaltig beeinflussen sollten.

‍ Insbesondere von Pinne, der nach bestandenem Examen als Maschinenbauingenieur Ende 1978 für 12 Jahre nach San Diego gegangen ist. Ich habe ihn oft dort besucht. Später, Anfang der neunziger Jahre ist er dann zurück gekommen und war bis zu seinem Ruhestand im Sommer 2017 bei der Lufthansa Technik in Hamburg. Gerade in den Neunzigern sind wir dann teilweise mehrmals im Jahr für eine Woche rüber geflogen, nur um unterwegs zu sein. Das Ganze gewann dann irgendwann schon rituale Züge.

‍ Auf Basis der Erinnerungen sollte uns dann unsere Winterreise an einige markante Orte unserer Vergangenheit führen. Recht kurz entschlossen reifte im Dezember dann die lange gehegte Idee eines neuerlichen Roadtrips in unser geliebtes America.

‍ Um ganz im Stile der früheren Trips über die endlosen Highways zu brettern (55-65 Miles p/h!!) in Diners oder Roadhouses das geliebte Bacon & Eggs, Hash Browns, Jelly and Toast am frühen Morgen in uns hinein zu drücken, Mittags sorgte dann das opulente Burger Meal (Whopper!!) für kurzfristige Bewusstlosigkeit am Steuer, um Abends bei Steak und Bier im Irgendwo des Westens glücklich zu sein.

Nun ist es Winter, wir schreiben den 9. Januar und Rainer hat mich zum Flughafen nach Hamburg gebracht, nach dem mich Nils, der Figaro meines Vertrauens, auf Angelikas Geheiß hin noch mal reiseschick gemacht hat.

‍ Treffe mit Eckart am Flughafen zusammen, wir geben unser Gepäck auf, besuchen noch schnell das seit den Siebzigern bestehende Steakhaus in Pinneberg, um uns  dann zu Hause bei Ihm noch das Footballspiel Alababama gegen Georgia und Dieter Nuhr anzusehen. Dieter Nuhr bringt in einer sehr kurzweiligen und sehr pointierten Spitzenleistung das gesamte Elend in Deutschland des Jahres 2017 auf den Teller. Perfekt!!!

‍ Geit wedder los   -  10.1.2018

Kurz vor 5:00 ist Wecken, Dusche, kleines Frühstück und dann geht es mit dem Taxi zum Flughafen. Hamburg-Frankfurt, alles klappt prächtig und so sitzen wir denn auch pünktlich in der Maschine (A 380) nach Los Angeles, doch der für 10:00 geplante Abflug verzögert sich immer weiter, bis dann leider die Durchsage vom Kapitän, kommt, das einige Koffer wieder ausgeladen werden müssen, da die dazugehörigen Passagier zwar eingecheckt haben, aber nicht den Flieger betreten haben. Was für Idioten!!! Die sollten für den wirtschaftlichen Schaden haftbar gemacht werden. Als es dann endlich losgeht, ist es schon 11:15. Der Pilot vollbringt eine absolute Spitzenleistung und holt die Zeit wieder rein und landet nur 10 Minuten nach der vorgesehenen Zeit. Danach sucht uns das zweite Chaos des Tages heim. Es landen mehre A 380 zur gleichen Zeit und am Immigrationcounter herrscht das totale Chaos, kostet weitere 2 Stunden. Es sieht so aus, als ob sämtliche Ethnien dieser Erde America zur neuen Wahlheimat erklärt hätten. ... wobei alle doch alle America so scheiße finden....

Werden dann endlich mit dem Alamo-Shuttlebus zur Autovermietung geschaukelt, der Wagen war von Eckart vorgeordert und so brauchten wir nur den Typ auszusuchen, einzusteigen und loszufahren. Die Wahl fiel auf einen FORD Escape , natürlich ein SUV und mit der Marke auch ein US Fahrzeug, oder glaubt vielleicht jemand, ich würde mit ´lner Reisschüssel durchs gelobte Land schraddeln?

Um 15:40 Uhr könne wir dann endlich los und fädeln uns auf den achtspurigen San Diego Freeway I-405 in Richtung Norden ein. Hier ist immer viel los und es geht recht schleppend voran, schaffen in der ersten Stunde nur 18 Meilen. Später wird es dann besser und um 19:20 Uhr sind wir in unserm Motel in Barstow an der Interstate 15. Ein kurzes Abendessen und ein paar Biere und dann in die Kiste. Mann ist ja auch schon 25 Stunden unterwegs.


Donnerstag, der 11.1.2018


Der Jetlag weckt mich bereits das erste Mal um 0:50, nach gerade mal 4 Stunden Schlaf, bin hellwach, da meine innere Uhr natürlich glaubt, sie ist zu Hause und da ist es jetzt 10:00 Uhr. So quält Mann sich Stunde um Stunde dem Aufstehen entgegen, nickt hin und wieder kurz ein, um dann endlich um 6:30 bei einsetzender Dämmerung im Auto zu sitzen und in den Sonnenaufgang hinein zu fahren.

Da ist es nun endlich wieder, das unglaublich schöne Gefühl der endlosen Weite dieses Landes, die Mann nur mit dem Auto richtig erfahren kann. The Sky has no limit.

Eines der wichtigsten Rituale ist zweifelsfrei das tägliche Frühstück am Highway. Heute fand dieses nun in Baker, Californien statt. Über die Zusammensetzung des Morgenmahls muss ich mich hier nicht auslassen, ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte.

Von Baker aus ging es weiter nach Las Vegas. Dort wollte ich mir noch ein Paar Boots und Hemden bei Outdoor World, einem Outdoor Superstore, kaufen. Wurde auch noch schnell fündig, was bei der Auswahl allerdings nicht schwer war. Der Laden war bisher das Größte, was ich in der Art gesehen habe. Allein in der Empfangshalle hätte man die gesamte Sportabteilung eines sehr großen deutschen Geschäftes unterbringen könnten.

So bestens Ausgestattet ging es weiter dem heutigen Etappenziel entgegen. Der Ort heißt Richfield, liegt in Utah und hat für uns nur die Funktion der Übernachtung zu erfüllen. Mehr war da auch nicht drin, deswegen ging es gleich nach dem Abendessen ins Motel. Die Nacht war wieder sehr kurz, aber das kennt man ja.

Barstow , California - frühmorgens

Breakfast in America - heute bei Denny´s in Baker/Californien

Klassische Dinereinrichtung

Erinnerungen an eine große Zeit

Outdoorworld Las Vegas - alles etwas größer

Copyright © Gerd-Wilhelm Schön 2021